Growth

 

Jeder Mensch verbindet spontan unterschiedliche Assoziationen mit dem Wort Wachstum. Das hat zum einen mit unseren individuellen Erfahrungen zu tun und zum anderen damit, wie dieser Begriff in der Öffentlichkeit und in den Medien benutzt wird. Ganz unterschiedliche Konnotationen sind mit dem Begriff verbunden.

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Wachstum 2013 - Graphit - Aquarellfarbe auf Papier 63 x 45 cm

Wir als Menschen wachsen, körperlich wie geistig; wir als Gemeinschaft oder Gesellschaft wachsen; wachsen über uns hinaus oder zusammen, eine Bewegung, eine Revolution kann wachsen.

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Industriebau 2013 - Graphit auf Karton - 63 x 45 cm

Wachstum bedeutet auch Veränderung, Erneuerung - aber Wachstum kann auch mit einem unkontrolliert wuchernden Krebsgeschwür assoziiert werden, mit gierigen Investmentbankern, deren einziges Anliegen es ist, Kapital unendlich zu vermehren, vor allem natürlich ihr eigenes! Spätestens seit dem Beginn der globalen Finanzkrise ist der Begriff Wachstum vielerorts ein Synonym für Kapitalismus, Marktwirtschaft und Konjunkturanstieg.
Wachstum ist als krudes Werkzeug der Rankingagenturen, fast zu einem Unwort verkommen.

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Keimung - 2013 - Graphit - Aquarellfarbe auf Papier - 62 x 50 cm

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Ausgrabung 2013 - gebrannter Ton - 120 cm

Veränderlichkeit und Wandlungsfähigkeit des Materials und dafür wie Objekte aktiviert werden können multiple Geschichten zu erzählen, glaubwürdige oder sagenhafte.

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13 Gefäße aus Murano - 2013 - PPT Trinkwasserflaschen

Scheinbar „wertlose“ Abfallprodukte unseres Massenkonsums, wie Getränkeflaschen aus Kunststoff finden ebenso Verwendung, wie „wertvolle“ Edelmetalle – Gold, Silber, Kupfer - die einerseits schon seit Jahrtausenden zu rituellen Gegenständen und Schmuck verarbeitet werden und andererseits heutzutage auf den Platinen unserer Smartphones Verwendung finden.

Schmuckarbeiten: Häkelhalsreifen - links Eisen - rechts Gold - 2001
Kupferobjekt: getriebenes Metall - 4 Teile - 2001

Rohstoffe werden in der Regel natürlich nicht fair produziert oder gehandelt werden, sondern oftmals illegaler Raubbau an Mensch und Natur betrieben wird, bevor sie in den Kommunikationsgeräten der nördlichen Hemisphäre landen.

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Larve 2013 Graphit / Tusche / Papier - 42 x 30 cm

SMW entwirft ein Gegenmodelle zum gängigen Wachstumsbegriff. Die Ausstellung GROWTH ist also durchaus als Kritik am Primat des Wachstums zu verstehen, vielleicht ist sie sogar ein Plädoyer gegen die Diktatur des Wachstums in Wirtschaft, Kapitalismus und Kolonialismus - eine Kritik der Unersättlichkeit und Gier – die die Ausbeutung von Menschen, Tieren und der Natur zur Folge, oder sogar zum Ziel hat.